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Financeria Guide

Wie lässt sich ein Unternehmenskauf finanzieren?

Ein Unternehmen muss nicht vollständig aus vorhandenem Eigenkapital bezahlt werden. Je nach Käufer, Unternehmen und Cashflow kann eine Übernahme aus mehreren Finanzierungsbausteinen bestehen.

Typisch sind Eigenkapital, externe Akquisitionsfinanzierung und – wenn der Verkäufer dazu bereit ist – ein Verkäuferdarlehen.

Redaktion: Financeria · Aktualisiert: 15. September 2026 · Methodik und redaktionelle Grundsätze

Unternehmer sitzt nachdenklich an seinem Bürotisch

Kurz erklärt

Eine vereinfachte Deal-Struktur

Eigenkapital Käufer
CHF 800’000
Externe Finanzierung
CHF 1.7 Mio.
Verkäuferdarlehen
CHF 500’000
Vereinbarter Kaufpreis (Rechenbeispiel)
CHF 3.0 Mio.

Die Aufteilung ist frei gewählt und keine tatsächlich beobachtete Deal-Quote. Keine Finanzierungszusage.

Die wichtigsten Bausteine

Eigenkapital

Der Teil des Kaufpreises, den der Käufer selbst oder mit seinen Investoren einbringt.

Externe Finanzierung

Je nach Unternehmen kann ein Teil des Kaufpreises fremdfinanziert werden. Entscheidend sind unter anderem Ertragskraft, Cashflow, Stabilität und die konkrete Transaktionsstruktur.

Verkäuferdarlehen

Der Verkäufer erhält einen Teil des Kaufpreises nicht sofort, sondern über einen vereinbarten Zeitraum. Das kann die Finanzierung eines Deals erleichtern und Käufer- und Verkäuferinteressen stärker miteinander verbinden.

Earn-out

Ein Teil des Kaufpreises hängt von der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens ab. Ein Earn-out kann sinnvoll sein, wenn Käufer und Verkäufer unterschiedliche Erwartungen über die zukünftige Performance haben.

Was bestimmt die Finanzierbarkeit?

Nicht nur das Vermögen des Käufers ist entscheidend. Relevant sind insbesondere:

  • nachhaltiger Cashflow
  • EBITDA
  • Stabilität des Geschäfts
  • Kundenkonzentration
  • Branche
  • Kaufpreis
  • Eigenkapital des Käufers
  • Verkäuferfinanzierung
  • bestehendes Management

und die Fähigkeit des Unternehmens, die Finanzierung nach der Übernahme zu tragen.

EBITDA bezahlt noch keine Kreditrate

Ein positives operatives Ergebnis ist ein Ausgangspunkt. Für Zins und Rückzahlung zählt, was nach notwendigen Ausgaben tatsächlich verfügbar bleibt. Steuern, Ersatzinvestitionen und zusätzlicher Kapitalbedarf für Lager oder Forderungen können den Finanzierungsspielraum verändern.

Wie eine nachvollziehbare Ergebnisbasis entsteht, zeigt der Beitrag zur EBITDA-Bereinigung.

Illustration mit frei gewählten Jahreswerten

  1. EBITDACHF 500’000
  2. Angenommene zahlungswirksame Steuern− CHF 80’000
  3. Notwendige Ersatzinvestitionen− CHF 90’000
  4. Zusätzlicher laufender Kapitalbedarf− CHF 40’000

Vereinfachter Betrag vor Akquisitionsfinanzierung und weiteren Anpassungen

CHF 290’000

Beträgt der nur beispielhaft angenommene jährliche Schuldendienst CHF 220’000, verbleiben rechnerisch CHF 70’000. Fällt der verfügbare Betrag im Szenario um 20 % auf CHF 232’000, bleiben nur CHF 12’000. Diese Reserve kann für weitere Risiken zu klein sein. Weder der Rückgang noch die Schuldendiensthöhe sind eine Prognose oder eine Bankvorgabe.

Verfügbare Mittel, Zusagen und Ideen auseinanderhalten

Legen Sie für jeden Baustein fest, ob Geld bereits verfügbar, verbindlich zugesagt oder lediglich im Gespräch ist. Prüfen Sie auch Bedingungen und Ablaufdaten einer Zusage. Mögliches Investorenkapital darf nicht stillschweigend wie vorhandenes Eigenkapital behandelt werden.

Im Financeria-Kaufrahmen bleibt konkret angegebenes, aber nur mögliches Investorenkapital ausserhalb der Basisrechnung. Ein optionales Szenario macht sichtbar, welche Bedingung sich ändern müsste.

Unterlagen für ein fundiertes Finanzierungsgespräch

  • geordnete historische Finanzzahlen
  • nachvollziehbare Ergebnisbereinigung
  • aktuelle Entwicklung
  • Investitions- und Liquiditätsplanung
  • Beschreibung von Geschäftsmodell und Risiken
  • Lebenslauf und Rolle der Käuferschaft
  • verfügbare Eigenmittel
  • Entwürfe oder Eckpunkte der vorgesehenen Transaktion

Die Anforderungen legt der jeweilige Finanzierungspartner fest. Nicht alle Unterlagen gehören in einen ersten Online-Check.

Verkäuferdarlehen und Earn-out nicht verwechseln

Ein Verkäuferdarlehen verschiebt Zahlungen und lässt ein Rückzahlungsrisiko bestehen. Ein Earn-out macht einen Kaufpreisanteil von zukünftigen Bedingungen abhängig.

Vergleichen Sie beides anhand von Fälligkeit, Risiko und Einfluss auf die Liquidität. Der eigene Beitrag zum Verkäuferdarlehen zeigt Rang, Zahlungssperren und ein Rechenbeispiel.

Kaufpreis und benötigtes Eigenkapital sind nicht dasselbe.

Ein Käufer mit CHF 600’000 Eigenkapital ist nicht automatisch auf Unternehmen bis CHF 600’000 beschränkt.

Umgekehrt bedeutet vorhandenes Eigenkapital nicht automatisch, dass eine grössere Transaktion finanzierbar ist. Der konkrete Zielbetrieb entscheidet mit.

Was könnten Sie übernehmen?

Der Kaufrahmen-Check kombiniert Ihre eigenen Mittel mit modellhaften Annahmen und zeigt eine Grössenordnung.

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Häufige Fragen

Ist ein hoher Kaufrahmen eine Kreditzusage?
Nein. Erst die konkrete Prüfung des Zielunternehmens und der Transaktion kann eine Finanzierungsentscheidung ermöglichen.
Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen Unternehmenskauf?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Eigenkapitalbedarf und mögliche Fremdfinanzierung hängen stark vom Zielunternehmen, Cashflow, Käuferprofil und den Finanzierungspartnern ab.
Was ist ein Verkäuferdarlehen?
Dabei lässt der Verkäufer einen Teil des Kaufpreises zunächst im Deal stehen. Der Betrag wird später nach den vereinbarten Bedingungen zurückbezahlt.
Kann Verkäuferfinanzierung einen Verkauf erleichtern?
Sie kann den Finanzierungsspielraum erweitern. Ob sie sinnvoll ist, hängt von Risiko, Konditionen und den Interessen beider Parteien ab.
Gibt Financeria Kredite?
Nein. Financeria ist kein Kreditgeber und gibt keine Finanzierungszusagen.

Weiterführende Quellen

Redaktionell erstellt und gepflegt von der Financeria Redaktion. Das Datum bezeichnet die redaktionelle Überarbeitung, keine unabhängige fachliche Prüfung.